Wie kleiden sich Werbepräsentatoren
14. Jul
Bevor eine Idee ein Produkt auf stimulierende Art präsentiert, ist es die Idee selber, die gekauft wird. Der Produzent ist in diesem Augenblick der Konsument der „eigenen“ Idee seines Produktes.
Um nicht nur fachlich zu überzeugen, muss er deshalb auch in der Erstpräsentation auf den Geschmack gebracht werden.
Hierbei gilt es einerseits, die eigene Souveränität nicht zu sehr zu betonen, andererseits aber genug darzustellen, um ernst genommen zu werden. Denn während einer Präsentation ist man selbst der Werbeträger, und dieser soll gesehen werden, um – im besten Fall – dem Produkt die gewünschte Aufmerksamkeit zu schenken. Ein zu auffälliger Blazer könnte das verhindern. In diesem Sinne ist man nur der zweitwichtigste „Gegenstand“ im Raum. Der Auftraggeber konsumiert in dieser Situation unsere Idee, womit er selbst später vom Konsumenten wahr- und aufgenommen wird. Zu auffällige, private Botschaften haben hier nichts zu suchen.
Exzentrische Manieren und Kleidung kommen nur in Filmen über die Branche vor. Es kann sehr wohl ein individueller Stil sein, solange er die Zuschauer nicht in übermäßige Aufmerksamkeit zwingt. Eine angemessen bequeme Lässigkeit, die aber nicht in Nachlässigkeit umschlagen darf, schafft einen direkten, aber angenehmen Zugang.
Geschäft ist zwar Geschäft, unser Geschäft besteht aber aus Präsentationen. Sie sind nicht nur Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck. Eingesteckte blaue Hemden mit Krawatten, die auch der Filialleiter der Sparkasse um die Ecke tragen kann, sind ein No-Go. Kreativ sein, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu stellen, das ist die Devise. Ernst genommen werden, ohne autoritär zu wirken.